Konzentration in Kasachstan

Zentralasien

Mit dem Umbau der Unternehmensstruktur erhalten die einzelnen Geschäftsbereiche mehr Eigenverantwortung. Natalya Bikmayev, Managerin der Division Central Asia, will diesen gleich zu einem massiven Umbau nutzen.

„Der Ertrag von Sandy Kazakh ist absolut unbefriedigend“, sagte Bikmayev auf der Pressekonferenz zum Konzernumbau. Gründe dafür seien unter anderem die hohen Sprit- und Wartungskosten der vergleichsweisen alten Flotte, die ihrer Meinung nach auch nicht zum exzellenten Image des Gesamtkonzerns passe. Auch die Existenz zweier Gesellschaften innerhalb Kasachstans sieht Bikmayev kritisch: „Auf der Suche nach passenden Flügen sollten unsere Gäste nicht von unterschiedlichen Airline-Codes verwirrt werden.“

Bikmayev forcierte als erste Amtshandlung die Gründung einer neuen kasachischen Fluggesellschaft, in der alle Aktivitäten des Landes vereint werden sollen. Einen solchen Plan gab es bereits in der Vergangenheit, jedoch wurde er nicht umgesetzt. Bikmayev hält das für einen Fehler. Der neue Konzernvorstand teilt diese Ansicht und stellte 400 Mio. AS$ für die Gründung der Elysion Air TOO zur Verfügung. Geschäftsführer von Elysion Air wird der 40-jährige Russe Wladimir Grischtschuk, der von einer russischen Airline abgeworben werden konnte.

Es wurden bereits 50 modernste Embraer-Jets sowie 20 B737 Max bestellt. Die neuen Jets sollen nach und nach die Flüge von Oriental Air OO und Sandy Kazakh AG übernehmen. Bereits 2021 soll der Umbau abgeschlossen werden. Die beiden bisherigen Gesellschaften sollen anschließend liquidiert werden. Die Anteilseigner der Aktiengesellschaft Sandy Kazakh sollen entschädigt werden.

Natalya Bikmayev sieht zwar auch in Usbekistan Handlungsbedarf, will sich aber zunächst auf den kasachischen Markt konzentrieren: „Wir können nicht alle Baustellen gleichzeitig betreiben. Der Umbau in Usbekistan ist zwar noch nicht vollendet, muss aber noch warten. Wir hoffen natürlich dort auf einen neuen Flughafen.“ Plänen, eine neue Gesellschaft in Kirgistan zu gründen, erteilte Bikmayev vorerst eine Absage: „Natürlich ist die Situation in Kirgistan für uns unbefriedigend, aber unsere erste Bürgerpflicht ist, unsere drei Hubs zu stärken. Dann müssen wir auch den Wettbewerb in Bischkek nicht fürchten.“

In Bezug auf die Mongolei und Georgiens hat Bikmayev noch keine Entscheidung getroffen. „Hier müssen wir erst einmal sehen, inwieweit wir mit den bestehenden Carriers kooperieren können.“